Hussain G.

aus dem Irak

wird 20 am 11. März und später KFZ‑Mechatroniker
Bild von Hussain G.

Deutsch zu lernen gehört für mich zur Selbst­ver­wirk­li­chung, weil man das in diesem Land braucht.

Jetzt gerade kann ich in Deutsch­land schwer ich selber sein, weil ich meine Heimat, meine Familie und meine Freunde so sehr vermisse.

In 10 Jahren will ich als KFZ-Me­cha­tro­niker arbei­ten. Ich will glück­lich verhei­ratet sein und eine tolle Familie haben. Ich werde ein gutes Mädchen heira­ten, am besten wenn ich 24 Jahre alt bin. Das erste Kind möchte ich dann mit 30 bekommen und das Zweite mit 35 Jahren. In meiner Freizeit mache ich dann, wie jetzt auch, viel Sport und treffe meine Freunde. Meine Freunde sollen nett und respekt­voll mit mir umgehen. Wenn ich Hilfe brauche, dann möchte ich unter­stützt werden und nicht mehr einsam sein. Ich möchte noch besser in der Schule werden, ich will weiter Schwim­men, Fußball spielen und ins Fitness­studio gehen können. Ich wünsche mir, ein gutes und gesundes Leben zu haben. Das ist mein aller­größter Wunsch. Dann muss ich nicht mehr immer daran denken, was morgen sein wird. Ich will nicht mehr Leiden.

Ich will ein Leben ohne Krieg und und ohne Leiden – und ich will ein schönes Haus. Ich möchte dort nicht alleine sein und ich will überhaupt auch nicht mehr einsam sein müssen in meinem Leben. Ich will nie alleine wohnen, aber auch nicht mit zu vielen Leuten, so mit drei oder vier Personen in einem Haus vielleicht. Ich möchte mehrere Sprachen sprechen können, Arabisch und Deutsch und Türkisch und vielleicht noch eine andere. Ich wünsche mir gute Nachbarn, damit wir eine schöne Zeit mitein­ander haben können. Ich möchte mich auf meine Mitmenschen verlassen können. In meiner Heimat sollen alle über 18 Jahren wählen dürfen, so werden dort Entschei­dungen getrof­fen. Diese Entschei­dungen sind wichtig für unser Leben. Konflikte sollen in dieser Heimat nicht durch Streit oder Kämpfe oder schlimme Worte ausge­tragen werden, sondern durch Gesprä­che. Ich will helfen, nach Lösungen zu suchen. In meinem Alltag stehe ich früh auf, frühs­tucke, dusche und gehe zur Arbeit. Nach der Arbeit gehe ich nach Hause, koche und esse etwas leckeres und gehe dann ins Fitness­stu­dio. Ich will am liebsten mit dem Präsi­dent Bezie­hungen haben, ich würde Frau Merkel zum Kaffee zu mir einla­den, und dann würde ich mit ihr über die Gesetze reden. Dann würden wir gemeinsam die Politik korri­gie­ren. Ich will mit allen Leuten respekt­voll umgehen. Kommu­ni­ka­tion ist das Wichtigste für Frieden. Und wenn mich etwas inter­es­siert, dann kann ich Unter­schiede auch ohne Gründe akzeptieren.

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