Fazel M.

aus Afghanistan

wird 18 am 20. Oktober und später Krankenpfleger
Bild von Fazel M.

Um mich selbst in Deutsch­land zu verwirk­li­chen, muss ich natür­lich Deutsch lernen, denn meine Zukunft ist in Deutsch­land. In Deutsch­land kann ich ich selbst sein. Niemand weiß, wo ich in 10 Jahren bin oder was die Zukunft für mich bereit hält. Jetzt möchte ich gerne in Berlin als Kranken­pfleger arbei­ten. Ich will weiterhin meine Freunde treffen, Gitarre spielen und ins Fitness­studio gehen. Ich wünsche mir eine richtige Familie hier. Wir wohnen dann zusam­men, essen zusammen und leben zusam­men. Ich will eine Frau heira­ten, und ich will mit ihr Kinder haben. Und meine Kinder haben einen gestreiften Hasen.

Ich wünsche mir nette Freunde, egal woher, ich freue mich über jeden, der freund­lich zu mir ist.

Ich will lernen, besser Gitarre zu spielen. Ich will Konzerte spielen und singen und die Leute unter­hal­ten. Ich möchte gerne als Musiker erfolg­reich werden. Zumin­dest will ich sehen, ob ich damit erfolg­reich sein kann. Dafür würde ich gerne in den Musik­un­terr­richt gehen, um besser singen und spielen zu lernen. Den Rest muss ich selber schaf­fen, mit viel Übung und Fleiß. Ich weiß nicht, ob andere mir dabei helfen können.

Ich möchte gerne in einer schönen Wohnung wohnen. Ich wünsche mir Privat­sphäre. Und ich möchte nette Nachbarn haben. Ich will Nachbarn, die nicht unfreund­lich sind, egal welche Sprache sie sprechen, und egal welche Sprache ich spreche, oder wie ich aussehe. Ich wünsche mir eine Gemein­schaft, in der ich lebe. Wo man ab und zu mal was zusammen macht. Wir könnten zum Beispiel gemeinsam kochen, oder unsere Kinder spielen zusam­men. Ich möchte sehr sehr gerne mit meiner Familie leben, immer, aber meine Familie ist leider nicht hier. Ich möchte nicht mehr einsam sein, so wie jetzt.

Ich hätte gerne eine türki­sche Frau, weil ich die Sprache schön finde. Aber ich bin da flexi­bel. Haupt­sache ich habe drei tolle Kinder. Ich will sehr viele Freunde aus aller Welt haben, und liebe Arbeits­kol­le­gen, mit denen ich auch eine Art Freund­schaft habe. Wenn es mal einen Konflikt gibt, werde ich einen Kompro­miss finden. Wenn das nicht klappt, versuche ich es wieder und wieder, bis es klappt. Wenn das alles klappt, dann ist mein Alltag einfach nur super. Ich arbeite dann fünf Tage die Woche, und abends verbringe ich Zeit mit meinen Lieben. Ich kann alle Unter­schiede tolerie­ren, solange die Menschen nett zu mir sind. Ist man zu mir nett, bin ich es immer auch. Das kommt ja immer von zwei Seiten.

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