‚Khalas! Lasst uns reden!‘ heißt das Projekt durch welches sich wöchentlich junge Männer zum Theaterspielen, Reden oder auch dem gemeinsam Spaß an Sport treffen. Rahmen der Treffen ist ein kritischer Austausch über gesellschaftspolitische Themen. Es werden u.a. Geschlechterrollen reflektiert und alternative Familienkonstrukte besprochen. Ziel ist es jungen Männern Perspektiven fernab von äußerlichen Zuschreibungen zu eröffnen und sie auf ihrem ganz eigenen Weg zum ‚Mann‘ zu stärken.

Empowerment? Was ist das?

Wir wissen, dass jeder Mensch seine ganz eigene Vergangenheit hat, welche die Persönlichkeit prägt. Im Fokus der Treffen stehen das Selbstverständnis und die Selbststärkung um dadurch stark in einer Gruppe zu sein. Es geht aber auch darum Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen, zu besprechen und diese anzunehmen. Dabei legen wir ein besonders Augenmerk auf die kritische Selbsbeleuchtung.

SolidariGee e.V. strebt danach einen Ort des Austausches für sich gegenseitig stärkende/empowernde, selbst- und gesellschaftskritische junge Männer zu festigen. Dieser Ort gibt nicht nur alters- und gesellschaftskritischen Fragen und Erfahrungen Raum, sondern beleuchtet wie eingangs schon erwähnt normierte Geschlechterrollen und damit verbundene Erwartungen. Konkret werden traditionell verankerte Lebenskonzepte diskutiert, Alternativen nahbar gemacht und individuelle Vereinbarkeiten herausgearbeitet. Empowerment ist vielschichtig, alters- und genderspezifisch und vor allem eine gesamtgesellschaftliche, nicht-genderspezifische Aufgabe. Gleichstellung und Partizipation als Forderung für alle sollen hier vermittelt werden. Sowohl zur Heranführung an die Thematik als auch zur konkreten Bearbeitung bestimmter Fragestellungen werden die Medien Theater und Film herangezogen. Bedürfnis- und Ressourcenorientierung werden dabei im besonderen Maße angesprochen. Dazu gehören innerfamiliäre, intrapersonale, kulturelle und wirtschaftliche Konfliktlinien, Generations- und Autoritätskonflikte, die zur Reproduktion geschlechtsspezifischer Rollenverteilungen beitragen. Basierend darauf, sollen junge Männer erlernen wie sie ihre eigenen sozialen Schutzräume kreieren können, um emanzipatorische Ideen in Forderungen zu formulieren und andere Gesellschaftsmitglieder zu empowern. Die theatralische Erarbeitung umfasst Rollenspiele, biographisches und Improvisationstheater sowie Sprachtraining.

Ziel ist die Aktivierung gesellschaftlicher Partizipation durch Selbstermächtigung in der Schule und auf dem Arbeitsmarkt. Unser Anspruch ist es durch zum Teil wechselnde Workshop- und AG-LeiterInnen, welche ebenfalls migrantischen Hintergrund haben, eine flexible Identifikationsoberfläche zu schaffen und Mut zu wecken, die eigene Zukunftsplanung optimistisch anzugehen.

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