„Jugendhilfe – und dann?“

Seit Januar 2017 bietet SolidariGee e.V. eine besondere Form der Einzelfallberatung an.

Problemstellung und Bedarf: Kinder und Jugendliche benötigen unabhängig von Herkunft, Religion und Bildungsstand oder Geschlecht in besonderem Maße Schutz und Fürsorge. Dies gilt eben insbesondere für jene, die ohne Eltern oder Familienangehörige geflohen sind und bei täglichen Herausforderungen auf kein soziales Netz zurückgreifen können. Die Inobhutnahme und das Asylverfahren für Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMFs) erfolgen zunächst durch die Jugendämter, die für entsprechende Betreuungs- und Jugendhilfemaßnahmen zuständig sind. Konkrete Maßnahmen sind beispielsweise die Vermittlung von Vormundschaften und die Unterbringung und Fürsorge der Jugendlichen. Während das Betreuungsangebot für Minderjährige recht strukturiert und engmaschig aufgebaut ist, entfallen sämtliche Maßnahmen mit Erreichen der Volljährigkeit. Laut Angaben Berliner SozialarbeiterInnen, Jugendämter, sozialen Institutionen und Berichten von zahlreich von uns betreuten Jugendlichen, sind ebenjene Ämter sowohl von personeller als auch struktureller Überforderung betroffen. Dies bedeutet, dass mit dem aktuellen Beratungsangebot des Landes Berlin-Brandenburg diese Lücke, welche sich nach dem Erreichen der Volljährigkeit auftut, da die Jugendhilfe nicht mehr greift, nicht geschlossen werden kann und folgende Konsequenzen für die Betroffenen nach sich zieht: eine Zäsur der Stabilität und des persönlichen Schutzes; Konfrontation mit unsicheren Strukturen, z.B. Umzug in eine Sammelunterkunft, unsichere finanzielle Lage, Überforderung in Ausbildung und Schule; soziale Isolation, da die gewohnte Umgebung verlassen werden muss; sprachlicher Einschnitt durch Wegfall von pädagogischer Betreuung
Durch die psychische Belastung und häufig vorhergegangenen Traumata ist zudem davon auszugehen, dass sich die Entwicklung der jungen Menschen im hohen Maße verzögert und der Weg zur psychischen Gesundheit stark erschwert wird. Durch die Belastung sind diese Menschen einer erhöhten Gefahr ausgesetzt an den Rand der Gesellschaft gedrängt zu werden. Hier sieht SolidariGee e.V. akuten Handlungsbedarf. Daher haben wir uns entschlossen eine offene und private Sprechstunden im Rahmen der Einzelfallberatung für unbegleiteten Jugendliche und jungen Erwachsenen anzubieten. Ziel ist es diese auf ihrem Bildungs- und Berufsweg und in ihrer Identitätsfindung zu unterstützen, um den Weg in eine positive Zukunft in Deutschland aufzuzeigen und die Integration in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt zu fördern. Hier können z.B. Fragen zur Wohnungssituation gestellt werden, Hilfe bei bürokratischen Formalien ersucht werden oder einfach ein offenes Ohr für alltägliche Sorgen und Nöte gefunden werden.

Die Sprechstunde findet immer montags von 13 – 19 Uhr in unseren Räumlichkeiten statt. Eine Anmeldung ist in jedem Fall erforderlich.

Kontakt:

Maryam Kirchmann | maryam.kirchmann@solidarigee.de

 

 

 

 

 

 

 

 

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